Seit meinem letzten Artikel über die rege in den Tiefen der luxemburgischen Gesellschaft agierenden rechtsextremistischen Tendenzen des Großherzogtums ist bereits einige Zeit ins Lande gezogen, und in der Zwischenzeit hat sich wieder einmal so einiges getan.
Während die berühmt-berüchtigte Gruppierung "Lëtzebuerger Patrioten" weiterhin abgeschottet vom gemeinen Pöbel in den Abgründen von Facebook ihre vermutlich dem Scheitern geweihten Pläne zur Eroberung Luxemburgs schmiedet, ist vor geraumer Zeit eine neue Gruppe - die zum jetzigen Zeitpunkt bereits 539 Mitglieder zählt(von denen diverse allerdings auch unfreiwillig eingeladen wurden) aus dem blubbernden, glucksenden und stets neue Unholde gebärenden braunen Morast hervorgekrochen, in der die allseits bekannten üblichen Verdächtigen wieder ihre xenophoben, rassistischen und erstmals auch homosexuellenfeindlichen Beiträgen vom Stapel lassen.
Alleine schon der Name der Gruppierung - "FIR ODER GEINT ASYLANTENHEEMER HEI AN LETZEBUERG ???" (Dan Schmitz' Capslock-Taste scheint seit seinem letzten erbosten Wutanfall mal wieder zu klemmen) - ist äußerst fragwürdig. (Die Seite sollt anscheinend ursprünglich dazu dienen, über diese Frage zu diskutieren - da sie von Dan Schmitz ins Leben gerufen wurde ist es natürlich äußerst wahrscheinlich dass man dort differenzierte und mit tatkräftigen Argumenten bestückte Konversationen führt) Zum einen kondensiert der Titel die komplexe Problematik der Asylanten in Luxemburg auf eine simple Frage, und zum anderen ist es schon bedenklich dass durch die Fragestellung die Option erwägt wird dafür zu sein, dass es in einem Land, das als Demokratie normalerweise auch eine Zuflucht der Toleranz und Offenheit sein sollte, überhaupt erst gar keine Asylantenheime geben sollte.
Unter anderem anlässlich des Internationalen Tages gegen Rassismus und Intoleranz, der heute am 21.März 2012 stattfindet, habe ich wieder einmal mitsamt tatkräftiger Hilfe Screenshots zusammengetragen, die äußerst deutlich demonstrieren, dass auch Luxemburg längst nicht vor rassistischen, antisemitischen, xenophoben und ausländer- und homosexuellen Strömungen und Ideologien gefeit ist.
Und ehe die selbsternannten Patrioten wieder lautstark Zeter und Mordio schreien, ich würde ihre heißgeliebte Privatsphäre(es ist natürlich auch äußerst logisch bei einem auf der Ebene des Datenschutzes sehr transparent agierenden sozialen Netzwerk wie Facebook angemeldet zu sein wenn die eigene Privatsphäre so besonders wertvoll und beschützenswert ist) durch das Posten solcher Screenshots verletzen und mich illegal in ihre Gruppen hineininflitrieren: die Gruppe "FIR ODER GEINT ASYLANTENHEEMER HEI AN LETZEBUERG ???"ist mit all ihren Beiträgen für jeden, der einen Facebook-Account besitzt, öffentlich einsehbar - und dazu muss man nicht einmal Mitglied in der Gruppe selbst sein.
Zum Einstieg erst einmal etwas leicht Bekömmliches von unserem altbekannten Herr Dan Schmitz(hier noch unter seinem seine wahre Identität sehr effektiv kaschierenden Pseudonym "Daniel Schmitz"). Letzens noch hatte der werte Herr behauptet, er hätte gar kein Problem damit als Rassist bezeichnet zu werden(im letzten Artikel zum Thema sind einige Screenshots von ebenjenen geistigen Ergüssen zu begutachten), und hier macht er seinem makellosen Ruf auch alle Ehre. Sehr freundlich tituliert er die bei einem Überfall in einem Zug beteiligten Gangster als "Drecksnigger(en)" und verfällt in seinem 3.Kommentar in hemmungslose Prahlerei über seine physischen Kapazitäten, die die Kriminellen anscheinend fliegend nach Hause befördern können. Nun, hier wird wohl auch klar wie Dan Schmitz seine Konflikte am liebsten löst: sehr diplomatisch mit roher Körpergewalt - mit seiner sehr schnell ins Vulgäre ausartenden "Argumentation" ist es aber natürlich auch verflixt schwierig Diskussionen zu führen ohne direkt den Kürzeren zu ziehen.
Ein Mitglied der Gruppen, namentlich "Jean Crine", fiel in letzter Zeit besonders positiv durch seine mehr oder minder erheiternden Beiträge(die jüngsten homosexuellenfeindlichen, die ich euch etwas später im Artikel zeigen werde, sind jedenfalls alles andere als lustig) auf. In diesem Beispiel greift er ein Mitglied des Musée national de la Résistance an, das - vollkommen zurecht - diverse Beiträge in der Gruppe kritisiert hatte. Die Beleidigungen, die er dabei im Sekundentakt von sich gibt, sprechen jedenfalls für sich und sind ein deutliches Zeichen für die sehr wohlüberlegte und ausgereifte Argumentation und Rhetorik der Patrioten. Jedenfalls sollte man dem armen Kerl, der sich offenbar nicht anders als mit preadoleszenten und sehr tief unter die Gürtellinie fallenden Obszönitäten zu helfen weiß, zugute halten dass er ein gewisses Maß an Kreativität bei der Auswahl seiner Vulgaritäten bewiesen hat. Die desolate Grammatik und Ortographie geben dem Beitrag noch eine weitere zum Kopfschütteln anregende Note.
Ein gewisser "Krecke Roland" macht dann wiederum auch keinen Hehl aus seiner politischen Gesinnung und fordert gleich vehement in äußerst korrektem Deutsch "auslender raus". Was für eine beeindruckend klare, stichfeste und differenzierte Parole!
Hier wieder einmal ein Beweis für den sehr subtilen Humor der Patriotenkumpanen. Man beachte auch die Ausdrücke ihrer Heiterkeit - erschreckend, wenn man bedenkt dass da 30-50-jährige Erwachsene, die mit ihren fragwürdigen Ideologien auch noch ernstgenommen werden möchten, noch immer mit Begriffen wie "rofl" herumschleudern um ihr Amüsement auszudrücken.
Es ist immer wieder erstaunlich zu sehen, wie sehr sich die selbsternannten Patrioten - in diesem Falle ein gewisser "Brimeyer Tom" - mit Lösungen, die simplistischer kaum sein können, zufriedengeben um weitaus komplexere soziale Problemfelder zu lösen. Als ob Luxemburg auf einmal zu einem Elyisum sondergleichen werden würde, wenn man die Ausländer, die hier wieder einmal sehr degradierend als "Wouscht" dahingestellt werden, ins Flugzeug und nach Hause schicken würde - doch mit dieser Vorstellung geben sich offenbar viele jener Patrioten zufrieden.
Brimeyer Tom setzt dann aber noch einen drauf: unter einem Artikel zum Thema Taschengeld für Asylbewerber - das meiner Meinung nach mit 7,50€ pro Tag für jene, die nicht beköstigt werden, eine regelrechte Entwürdigung darstellt, da man sich davon kaum etwas leisten kann(und das die Patrioten trotzdem noch immer als zu hoch angesetzt empfinden) - fordert Brimeyer Tom, dass man Serge Kollwelter - der vollkommen zurecht ebendiese Kürzung des Taschengeldes kritisiert hatte - gleich "erschießen" sollte. Traurig, dass Empathie und Sympathie gegenüber Ausländern mit solch Auswüchsen an Hass abgestraft werden.
Jean Crine hingegen fällt allerdings nicht nur durch seine vulgären Ausbrüche, die locker an die eines Dan Schmitz' heranreichen, auf, sondern auch durch seine ausgeprägte Islamophobie, die er im obenstehenden Screenshot eindrucksvoll darlegt. Dort fabuliert er von "Landesverrätern", die ihren Mitbürgern angeblich in den Rücken fallen, indem sie sich für Ausländer - und laut ihm "besonders schlimm" - Muslime einsetzen. Dann gebraucht er den doch sehr negativ konnotierten Begriff der "Volksverräter", der durch - wie Brecht sagen würde - seine faule Mystik, unangenehme Erinnerungen erwachen lässt. Jene "Volksverräter" begehen anscheinend einen "menschenverachtenden" Akt, indem sie Muslime(oder wie er sie nennt: "Islamen" - wahrscheinlich wollte er dabei "Islamisten" schreiben, und dabei macht er nicht einmal einen Unterschied zwischen Islamisten und Muslimen - die sind ja so oder so allesamt brandgefährliche Terroristen)in Schutz nehmen. Er beschimpft Muslime desweiteren als "Wouscht" und findet es unverschämt, dass solche "Drecksnationen" unterstützt werden, und beklagt die Hinrichtung von Katholiken in jenen Ländern.
Natürlich gibt es islamisch geprägte Länder, in denen Katholiken unterdrückt und verfolgt werden(genauso wie es islamische Länder gibt in denen sie mehr oder minder in Eintracht nebeneinander leben), aber es ist vollkommen falsch und unzuverlässig stigmatisierend allesamt globalisierend als katholikenhassend darzustellen - es gibt mehr als eine Milliarde Muslime auf der Welt, und nur ein ganz kleiner Bruchteil davon ist überhaupt erst extremistisch. Leider ist es genau ebenjener Teil der Glaubensanhänger der offenbar einen bleibenden Eindruck bei Menschen wie Jean Crine hinterlässt und die er als represäntativ für ihre gesamte Glaubensgemeinschaft einstuft.
Schließlich verfällt er in wirre Führerfantasien und spricht von seinen - sofern er an die Macht gelangen sollte, wovor er selber all seine Feinde bereits warnt - grandiosen Amtshandlungen, und die wahrscheinlich alle Probleme Luxemburgs mit einem Schlag lösen würden: er möchte kurzerhand alle "Islamkrüppel" und "Volksverräter" in die "Islamlänner"(dabei präzisiert er interessanterweise nicht einmal um welche es sich denn nun letzendlich dabei handelt) zurückschicken und Luxemburg von "Unrat"(man beachte die menschenverachtende Konnotation dieses Wortes und rufe sich dann wiederum seine vorherige Aussage, Menschen, die eben jenen "Unrat" in Schutz nehmen, wären menschenverachtend) und "Verrätern" "putzen". Einmal tatkräftigen Applaus für diese überzeugende politische Lösung!
Im 2.Kommentar dann schließlich stellt er in gewohnter Capslock-Manier bereits einige Wahlslogans auf, die dieses Mal sogar in konfuse und beunruhigende Rassentheorien ausarten. "ISLAM AS KENG RASS, MAIS DRECK!" Stimmt, der Islam ist auch keine Rasse, sondern eine Religion. Will er damit etwa implizieren, dass alle Angehörigen des Islams der gleichen "Rasse" angehören, die unser werter Jean Crine als so minderwertig einstuft dass sie nur als "Dreck" bezeichnet werden kann?
Welch überaus sympathischer Kerl!
Auch antisemitische Tendenzen lassen sich bei Danz Schmitz und Carlo Charles Schiwago ausmachen. Beide beanspruchen laut Dan Schmitz offenbar das Wissensmonopol über das was im 2.Weltkrieg wirklich geschah für sich, während Carlo Charles Schiwago munter willkürlich gewählte Anschuldigungen gegenüber Israel und orthodoxen Juden in den Raum schmeißt und aus dem Zusammenhang gerissene Nachrichten postet, um seine Feindseligkeit Israel gegenüber zu zementieren. Sehr amüsant ist auch Dan Schmitz' vollkommen aus der Luft gegriffene Behauptung, der "Kommunismus" hätte 100 Millionen Todesopfer auf dem Kerbholz, was natürlich auch gerade überaus hervorragend zum Thema Palästinakonflikt passt. Zu ersteinmal waren jene Diktaturen unter Stalin, Mao&Co. verzerrte Visionen eines kommunistischen Staates, die nicht im Entferntesten an das erinnern was Karl Marx sich einst unter dem Begriff "Kommunismus" vorstellte. Zum anderen sind solche Schätzungen von Todesopfern oft sehr vorsichtig zu genießen - besonders wenn Dan Schmitz sie ohne Quellenangabe in den Kommentaren zu einer "Diskussion" über Israel und den Palästinakonflikt - dessen Komplexität hier übrigens wieder einmal auf simple Phrasendrescherei reduziert wird - postet.
Dan Schmitz gibt dann noch einmal mehr wieder sehr offen und herzig zu, er sei eben ein Rasisst, aber dafür immerhin nicht schwul. Als wäre diese Aussage nicht schon himmelschreiend lächerlich genug, verfällt er wieder in seine typische Stammtischpolemik, bei der er vollkommen aus dem Kontext gegriffen auf des Patrioten Lieblingssündenbock - den hinterhältigen AUSLÄNDER - eindrischt. Man beachte auch die erheiternde Unsumme an Ausrufezeichen hinter seinem Beitrag, die wahrscheinlich die Aussagelosigkeit seiner Worte kaschieren und ihre Wirkung künstlich verstärken sollen.
Doch Dan Schmitz wäre nicht Dan Schmitz, wenn er nicht noch ein Ass im Ärmel parat hätte, um seine grausamen Linkgrünenkifferislamistenverteidigerfeinde zu verwirren und in den Nebel des Unwissens zu schleudern! Und zwar behauptet er in einer erneuten rhetorischen Glanzleistung seinerseits, ein gewisser "Laurent de Luxembourg", mit dem er sich gerade in einer hitzigen Diskussion befindet, wäre schwul, aber er selbst, Dan Schmitz, dafür "kein Rassist". Diese Logik muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen!
Der vorhin bereits erwähnte Jean Crine geht allerdings noch einen Schritt weiter und gibt dann auch noch seine homosexuellenfeindliche Weltsicht preis, die einem schier die Sprache ob der unglaublichen, wahrhaftig ekelerregenden Intoleranz verschlägt und bar jeder Beschreibung ist - letzendlich setzt er noch einen drauf indem er äußerst infantile homosexuellenfeindliche Witze postet. Der Screenshot über dem hiesigen Text bedarf dahergehend keiner weiteren Worte. Dass "Carlo Charles Schiwago" dann auch noch behauptet, er wäre lieber Rassist als homosexuell, da er dann immerhin kein "Fehler der Natur" wäre, lässt endgültig beunruhigende Erinnerungen an die NS-Ideologie erwachen, die Homosexuelle gnadenlos verfolgte, umzuschulen versuchte und umbrachte.
Nachfolgend wollte ich euch auch noch einige sehr auffällige Verbindungen zwischen jungen ADRenalin-Politikern - namentlich Joé Thein und Timo Müllenheim - und einigen luxemburgischen Leuten mit klar rassistischen Tendenzen aufzeigen. Dabei rühmen jene Jungpolitiker sich stets, jeglichem Extremismus feindlich gesinnt zu sein, pflegen aber offenbar in mehr oder minder großem Ausmaß Kontakt zu diversen Personen die rechtsextremistische Ideologien verfolgen.
Diesen Screenshot fertigte ein Freund meinerseits an. Er zeigt sehr deutlich Joé Thein - Gemeinderatmitglied in Pétingen, eine luxemburgische Gemeinde mit sehr hohem Ausländeranteil - bei dem Versuch, den Schulprotest gegen die neue Reform zu politisieren und seine (opportunistische) Solidarität zu den Schülern zu zeigen(wahrscheinlich erhoffte er sich so die Sympathie der Schüler für die ADR zu erwecken und Stimmen zu gewinnen). Neben ihm steht klar erkennbar Steve Wulfrik Melmer - ein alter Bekannter, der bereits in der NDU(seht euch dazu auch diesen Artikel an, dort sind einige seiner Beiträge auf Screenshots zu sehen)aktiv war und auch diverse ausländerfeindliche Parolen von sich gab. Auf seiner Profilseite auf Facebook stehen dazu noch Zitate von Landser, einer Band, die sich ganz klar dem rechtsextremistischen Milieu zuordnen lässt. Bedenklich, dass ein Gemeinderatsmitglied mit solch dubiosen Bekanntschaften verkehrt und sich auch noch mit ihnen ablichten lässt - und es wäre nicht das erste Mal dass er mit ihnen sympathisiert, immerhin stand Joé Thein bereits auf der Seite der "Lëtzebuerger Patrioten" bei den Protesten in Pétingen gegen die Errichtung von Containern für das Unterbringen von Asylanten in Containern(hier nachzulesen, ganz am Ende des Artikels)
Auch Timon Müllenheim von der ADRenalin darf sich glücklich schätzen - ihm hat immerhin eine wahre Rassistenprominenz zum Geburtstag gewünscht! Es ist wahrlich wunderbar wenn man solch überaus freundliche Menschen, die kein Problem damit haben als Rassist bezeichnet zu werden und immer wieder in erboste vulgäre Ausbrüche verfallen, bereitwillig in der eigenen Freundesliste stehen hat.
Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit - ich werde euch auch in Zukunft auf dem Laufenden halten! Besucht auch unbedingt die sehr empfehlenswerte Seite Pierre Peters? Nee Merci - dort werden immer aktuelle Nachrichten und Beiträge zum Thema angeboten.
Mit freundlichen Grüßen,
Maxime




























